Allgemeine Geschäftsbedingungen

für die Nutzung der Plattform Sentrivo · Stand: September 2026

1. Geltungsbereich und Vertragspartner

  1. Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) gelten für alle Verträge über die Nutzung der Software-as-a-Service-Plattform „Sentrivo“ (nachfolgend „Plattform“) zwischen Gerhard Kienbauer e.U., Riedauerstraße 4, 4753 Taiskirchen im Innkreis, Österreich (nachfolgend „Anbieter“) und dem Kunden.
  2. Die Plattform richtet sich ausschließlich an Unternehmer im Sinne des § 1 KSchG, juristische Personen und Einrichtungen der öffentlichen Hand (nachfolgend „Kunde“). Verträge mit Verbrauchern werden nicht geschlossen.
  3. Abweichende oder ergänzende Geschäftsbedingungen des Kunden werden nicht Vertragsbestandteil, auch wenn der Anbieter ihnen nicht ausdrücklich widerspricht.

2. Vertragsgegenstand

  1. Der Anbieter stellt dem Kunden die Plattform zur Schulung und Sensibilisierung seiner Beschäftigten im Bereich Informationssicherheit über das Internet zur Verfügung. Die Plattform umfasst insbesondere Schulungsmodule mit Wissensüberprüfung, ein Verwaltungs- und Auswertungs-Dashboard, Nachweisfunktionen sowie eine Notfall-Datenbank mit Handlungsempfehlungen.
  2. Der Anbieter erweitert die Inhalte laufend. Ein Anspruch auf bestimmte einzelne Module, Funktionen oder Veröffentlichungsintervalle besteht nicht, sofern nichts anderes schriftlich vereinbart ist.
  3. Die Inhalte der Plattform dienen der Sensibilisierung und Schulung. Sie stellen keine Rechts-, Steuer- oder Sicherheitsberatung im Einzelfall dar und ersetzen keine individuelle Prüfung der beim Kunden bestehenden Pflichten (etwa nach NIS2/NISG, DSGVO) oder technischer Schutzmaßnahmen.
  4. Optional bietet der Anbieter Dienstleistungen an (insbesondere „Managed Awareness Service“: Onboarding, Erstellung von Trainingsplänen, Reporting). Umfang und Vergütung werden gesondert vereinbart.

3. Vertragsschluss, kostenloser Test

  1. Mit der Registrierung eines Unternehmens auf der Plattform beginnt ein kostenloser Test von 30 Tagen mit vollem Funktionsumfang. Der Test endet automatisch. Es entsteht keine Zahlungspflicht und keine automatische Verlängerung in ein kostenpflichtiges Abonnement.
  2. Ein kostenpflichtiger Vertrag kommt erst durch Annahme eines Angebots des Anbieters durch den Kunden (schriftlich, per E-Mail oder über eine entsprechende Bestellfunktion) zustande.
  3. Nach Ablauf des Tests kann der Anbieter den Zugang sperren. Die während des Tests erfassten Daten werden bei Vertragsabschluss übernommen; andernfalls werden sie gemäß Punkt 9 gelöscht.
  4. Der Kunde bestätigt mit der Registrierung, dass die registrierende Person zur Vertretung des Kunden befugt ist.

4. Leistungsumfang, Verfügbarkeit, Weiterentwicklung

  1. Der Anbieter stellt die Plattform am Übergabepunkt (Ausgang des Rechenzentrums des Hosting-Dienstleisters) mit einer Verfügbarkeit von 98,5 % im Jahresmittel bereit. Ausgenommen sind angekündigte Wartungsfenster (in der Regel außerhalb der Geschäftszeiten), Ausfälle beim Kunden oder bei Dritten (Internetzugang, DNS, Endgeräte) sowie Umstände höherer Gewalt.
  2. Der Anbieter ist berechtigt, die Plattform weiterzuentwickeln, Funktionen zu ändern, zu ergänzen oder – soweit der Vertragszweck gewahrt bleibt – einzustellen. Wesentliche Einschränkungen werden dem Kunden mit angemessener Frist mitgeteilt.
  3. Der Anbieter führt tägliche Sicherungen der Plattformdaten durch. Ein Anspruch auf Wiederherstellung einzelner vom Kunden gelöschter Datensätze besteht nicht.
  4. Support erfolgt per E-Mail an team@sentrivo.at an Werktagen (Mo–Fr, ausgenommen österreichische Feiertage). Reaktionszeiten sind Zielwerte, keine Garantien, sofern nicht gesondert vereinbart.

5. Preise, Lizenzen, Zahlung

  1. Die Vergütung richtet sich nach der Anzahl der vereinbarten Nutzerlizenzen („Seats“) gemäß Angebot bzw. der zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses gültigen Preisliste. Alle Preise verstehen sich netto zuzüglich gesetzlicher Umsatzsteuer.
  2. Die Abrechnung erfolgt jährlich im Voraus, sofern nicht anders vereinbart. Rechnungen sind innerhalb von 14 Tagen ab Rechnungsdatum ohne Abzug fällig.
  3. Ein Seat entspricht einem aktiven Nutzerkonto eines Beschäftigten. Deaktivierte Konten belegen keinen Seat. Übersteigt die Anzahl aktiver Nutzer die vereinbarten Seats, zeigt die Plattform dies dem Kunden an. Der Anbieter ist berechtigt, die zusätzlichen Seats anteilig für die Restlaufzeit nachzuverrechnen; der Kunde kann jederzeit eine Erhöhung des Kontingents beauftragen. Eine Reduktion der Seats ist zum Ende der jeweiligen Vertragslaufzeit möglich.
  4. Bei Zahlungsverzug ist der Anbieter berechtigt, gesetzliche Verzugszinsen zu verrechnen und nach erfolgloser Mahnung mit Nachfrist von 14 Tagen den Zugang zu sperren. Die Zahlungspflicht bleibt davon unberührt.
  5. Preisänderungen werden dem Kunden mindestens drei Monate vor Beginn einer neuen Vertragslaufzeit mitgeteilt und gelten ab der Verlängerung. Der Kunde kann den Vertrag in diesem Fall zum Ende der laufenden Laufzeit kündigen.

6. Laufzeit und Kündigung

  1. Die Vertragslaufzeit wird individuell im Angebot vereinbart; es besteht keine Mindestlaufzeit. Sofern im Angebot nichts anderes vereinbart ist, beträgt die Laufzeit 12 Monate ab dem vereinbarten Beginn und verlängert sich jeweils um weitere 12 Monate, wenn der Vertrag nicht von einer Partei spätestens einen Monat vor Ablauf schriftlich (E-Mail genügt) gekündigt wird. Bei kürzeren Laufzeiten (z. B. monatlich) gilt eine Kündigungsfrist von 14 Tagen zum Ende der jeweiligen Abrechnungsperiode.
  2. Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt. Ein wichtiger Grund liegt für den Anbieter insbesondere vor, wenn der Kunde trotz Abmahnung wesentliche Pflichten verletzt, insbesondere Zugangsdaten an Dritte weitergibt, Inhalte außerhalb der eingeräumten Rechte verwendet oder mit zwei Zahlungen in Verzug ist.
  3. Nach Vertragsende wird der Zugang deaktiviert. Der Kunde kann bis zum Vertragsende Auswertungen und Nachweise über die Plattform abrufen; auf Wunsch stellt der Anbieter innerhalb von 30 Tagen nach Vertragsende einen Export der Schulungsnachweise in einem gängigen Format bereit.

7. Pflichten des Kunden

  1. Der Kunde ist für die Auswahl und Einladung seiner Nutzer, die Vergabe von Administratorrechten sowie die Geheimhaltung der Zugangsdaten verantwortlich. Zugangsdaten dürfen nicht an Dritte weitergegeben werden; jeder Nutzer verwendet ein eigenes Konto.
  2. Der Kunde stellt sicher, dass die Nutzung der Plattform – insbesondere die Auswertung von Schulungsfortschritten seiner Beschäftigten – im Einklang mit den für ihn geltenden arbeits- und datenschutzrechtlichen Vorschriften erfolgt, einschließlich allfälliger Mitwirkungsrechte einer Belegschaftsvertretung. Der Kunde informiert seine Beschäftigten über die Verarbeitung ihrer Daten.
  3. Der Kunde nutzt die Plattform nur für eigene betriebliche Zwecke und unterlässt jede missbräuchliche Nutzung, insbesondere Versuche, Sicherheitsmechanismen zu umgehen, die Plattform automatisiert auszulesen oder Inhalte zu vervielfältigen.
  4. Der Kunde meldet dem Anbieter unverzüglich, wenn er Kenntnis von einer unbefugten Nutzung seiner Konten erlangt.

8. Nutzungsrechte, geistiges Eigentum

  1. Sämtliche Inhalte der Plattform – insbesondere Schulungsmodule, Texte, Quizfragen, Grafiken, Software und Marken – sind urheberrechtlich geschützt und stehen im Eigentum des Anbieters bzw. seiner Lizenzgeber.
  2. Der Kunde erhält für die Vertragslaufzeit ein nicht ausschließliches, nicht übertragbares, nicht unterlizenzierbares Recht, die Plattform und ihre Inhalte im vereinbarten Umfang für die Schulung seiner Beschäftigten zu nutzen. Eine darüber hinausgehende Nutzung, insbesondere die Weitergabe von Inhalten an Dritte, die Verwendung für eigene Schulungsangebote oder die Vervielfältigung außerhalb der Plattform, ist nicht gestattet.
  3. Über die Plattform erzeugte Auswertungen und Schulungsnachweise darf der Kunde zeitlich unbegrenzt für eigene Zwecke (etwa gegenüber Behörden, Auditoren und Versicherungen) verwenden.
  4. Vom Kunden eingegebene Daten (Nutzerdaten, Notfallkontakte, Zuweisungen) verbleiben im Eigentum des Kunden. Der Anbieter darf sie ausschließlich zur Vertragserfüllung sowie in anonymisierter Form zur Verbesserung der Plattform verwenden.

9. Datenschutz, Auftragsverarbeitung

  1. Soweit der Anbieter personenbezogene Daten der Beschäftigten des Kunden verarbeitet, handelt er als Auftragsverarbeiter im Sinne des Art. 28 DSGVO. Die Parteien schließen hierzu eine Auftragsverarbeitungsvereinbarung ab, die der Anbieter dem Kunden zur Verfügung stellt und die Bestandteil dieses Vertrags ist.
  2. Der Anbieter setzt Subunternehmer ein (insbesondere für Hosting, Datenbank/Authentifizierung und E-Mail-Versand), die in der Datenschutzerklärung genannt sind, und verarbeitet die Daten ausschließlich in der Europäischen Union.
  3. Nach Vertragsende werden die Kundendaten innerhalb von 30 Tagen gelöscht, sofern keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten entgegenstehen oder der Kunde eine längere Aufbewahrung von Schulungsnachweisen beauftragt.

10. Vertraulichkeit

Die Parteien behandeln alle im Rahmen des Vertrags erlangten Informationen über die jeweils andere Partei, die als vertraulich gekennzeichnet oder erkennbar vertraulich sind, streng vertraulich und verwenden sie nur zur Vertragserfüllung. Diese Pflicht gilt auch nach Vertragsende für drei Jahre fort.

11. Gewährleistung und Haftung

  1. Der Anbieter gewährleistet, dass die Plattform im Wesentlichen die vereinbarten Funktionen aufweist. Mängel sind dem Anbieter unverzüglich mitzuteilen; der Anbieter behebt sie innerhalb angemessener Frist durch Nachbesserung.
  2. Die Plattform verringert das Risiko erfolgreicher Angriffe auf den Kunden, kann es aber nicht ausschließen. Der Anbieter übernimmt keine Gewähr dafür, dass Beschäftigte des Kunden nach der Schulung keine sicherheitsrelevanten Fehler begehen, und haftet nicht für Schäden aus Cyberangriffen, Datenverlust oder Betriebsunterbrechungen beim Kunden, die nicht auf eine schuldhafte Pflichtverletzung des Anbieters zurückzuführen sind.
  3. Der Anbieter haftet unbeschränkt für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit sowie für Personenschäden. Bei leichter Fahrlässigkeit ist die Haftung – außer für Personenschäden – ausgeschlossen. Soweit gesetzlich zulässig, ist die Haftung für entgangenen Gewinn, mittelbare Schäden, Folgeschäden und Ansprüche Dritter ausgeschlossen und die Gesamthaftung des Anbieters je Vertragsjahr auf das in diesem Vertragsjahr vom Kunden bezahlte Entgelt beschränkt.
  4. Schadenersatzansprüche sind bei sonstigem Verfall innerhalb von sechs Monaten ab Kenntnis des Schadens gerichtlich geltend zu machen. Die Beweislastumkehr des § 1298 ABGB wird ausgeschlossen.
  5. Während des kostenlosen Tests wird die Plattform „wie besehen“ ohne Gewährleistung bereitgestellt; die Haftung ist auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit beschränkt.

12. Änderungen der AGB

Der Anbieter kann diese AGB mit Wirkung für die Zukunft ändern, wenn dies aufgrund geänderter Rechtslage, technischer Weiterentwicklung oder zur Anpassung an neue Leistungen erforderlich ist und den Kunden nicht unangemessen benachteiligt. Änderungen werden dem Kunden mindestens sechs Wochen vor Inkrafttreten per E-Mail mitgeteilt. Widerspricht der Kunde nicht innerhalb dieser Frist, gelten die Änderungen als angenommen; auf diese Folge wird in der Mitteilung hingewiesen. Bei Widerspruch kann jede Partei den Vertrag zum Inkrafttreten der Änderung kündigen.

13. Schlussbestimmungen

  1. Es gilt österreichisches Recht unter Ausschluss des UN-Kaufrechts und der Verweisungsnormen des internationalen Privatrechts.
  2. Erfüllungsort ist der Sitz des Anbieters. Für alle Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit diesem Vertrag ist das sachlich zuständige Gericht am Sitz des Anbieters ausschließlich zuständig.
  3. Änderungen und Ergänzungen des Vertrags bedürfen der Schriftform; E-Mail genügt. Dies gilt auch für das Abgehen vom Schriftformerfordernis.
  4. Der Kunde darf Rechte und Pflichten aus diesem Vertrag nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung des Anbieters übertragen. Der Anbieter darf den Vertrag auf einen Rechtsnachfolger übertragen, der die Plattform fortführt; der Kunde wird darüber informiert.
  5. Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB unwirksam sein oder werden, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt. Anstelle der unwirksamen Bestimmung gilt eine wirksame Regelung, die dem wirtschaftlichen Zweck am nächsten kommt.